Kombucha selber machen: einfache Anleitung für Anfänger
Aktualisiert: 16. Juli
Kombucha selber machen klingt im ersten Moment vielleicht ein bisschen geheimnisvoll: Ein Glas mit Tee, Zucker und einem seltsamen „Teepilz“ steht mehrere Tage in der Küche und daraus soll ein prickelndes, erfrischendes Getränk entstehen?
Genau das passiert.
Und das Schöne ist: Wenn du die Grundlagen einmal verstanden hast, ist Kombucha deutlich unkomplizierter, als er aussieht. Du brauchst nur wenige Zutaten, ein sauberes Gärglas, etwas Geduld und einen gesunden SCOBY.
In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deinen ersten eigenen Kombucha ansetzt: einfach erklärt und anfängerfreundlich.
Was ist Kombucha?
Kombucha ist ein fermentiertes Getränk auf Basis von gesüßtem Tee. Meist wird dafür schwarzer oder grüner Tee verwendet. Dazu kommen Zucker, Ansatzflüssigkeit und ein sogenannter SCOBY.
SCOBY ist die Abkürzung für „Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast“, also eine symbiotische Kultur aus Bakterien und Hefen. Umgangssprachlich wird er oft als Teepilz bezeichnet, auch wenn das nicht ganz korrekt ist. Eigentlich ist der SCOBY eine lebendige Kultur aus verschiedenen Mikroorganismen, die während der Fermentation zusammenarbeiten.
Während dein Kombucha fermentiert, wird ein Teil des Zuckers von Hefen und Bakterien verstoffwechselt. Dadurch entsteht der typisch leicht säuerliche, erfrischende Geschmack, den viele an Kombucha so lieben.
Warum Kombucha selber machen?
Selbstgemachter Kombucha hat einen ganz eigenen Charme. Du kannst selbst bestimmen, wie mild, süßlich oder säuerlich dein Kombucha schmecken soll. Außerdem lernst du mit jedem Ansatz besser kennen, wie Fermentation funktioniert.
Ein weiterer Vorteil: Du weißt genau, was in deinem Getränk steckt. Du entscheidest, welchen Tee du verwendest, wie lange dein Kombucha fermentiert und ob du ihn später pur trinkst oder mit Kräutern, Früchten oder Säften weiterverfeinerst.
Für den Anfang brauchst du keine komplizierte Ausrüstung. Ein großes Glas, Tee, Zucker, Ansatzflüssigkeit und ein gesunder SCOBY reichen vollkommen aus.
Zutaten für ca. 1,5 Liter Kombucha
Für deinen ersten Kombucha-Ansatz brauchst du:
1 Kombucha-SCOBY
200-300 ml Ansatzflüssigkeit
12 g schwarzen oder grünen Tee
100 g Zucker (Rohrohr-, Vollrohr- oder Haushaltszucker)
1,3 Liter Wasser
Die Ansatzflüssigkeit ist besonders wichtig. Sie sorgt dafür, dass dein neuer Kombucha-Ansatz von Beginn an leicht sauer ist. Das unterstützt die Fermentation und hilft, ein stabiles Milieu im Gärglas zu schaffen.
Welche Utensilien brauchst du?
Für die Herstellung von Kombucha brauchst du nur wenige Dinge:
ein großes Gärglas aus Glas
ein sauberes Tuch oder Küchenpapier
ein Gummiband
einen Topf zum Teekochen
einen sauberen Löffel aus Holz oder Edelstahl
saubere Glasflaschen zum Abfüllen
Glas ist für Anfänger besonders gut geeignet, weil es geschmacksneutral ist und sich leicht reinigen lässt. Verzichte lieber auf ungeeignete Kunststoffe oder empfindliche Metalle, da Kombucha durch die entstehenden Säuren mit manchen Materialien reagieren kann.
Kombucha selber machen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Tee kochen
Koche etwa 300 ml Wasser auf und lasse den Tee darin ungefähr 8 Minuten ziehen. So entsteht ein kräftiges Teekonzentrat. Entferne anschließend die Teeblätter oder Teebeutel.
Schritt 2: Zucker auflösen
Gib den Zucker in den heißen Tee und rühre so lange, bis er sich vollständig aufgelöst hat.
Der Zucker ist nicht nur für den Geschmack da. Er dient den Hefen und Bakterien während der Fermentation als Nahrung.
Schritt 3: Mit kaltem Wasser auffüllen
Gib nun etwa 1 Liter kaltes Wasser dazu. Dadurch kühlt der Tee schneller ab.
Wichtig: Bevor du den SCOBY hinzugibst, sollte die Flüssigkeit nur noch handwarm beziehungsweise auf Zimmertemperatur abgekühlt sein. Zu heiße Flüssigkeit kann die lebenden Kulturen schädigen.
Schritt 4: SCOBY und Ansatzflüssigkeit dazugeben
Gib den abgekühlten Tee in dein sauberes Gärglas. Danach kommen die Ansatzflüssigkeit und der SCOBY dazu.
Ob der SCOBY oben schwimmt, in der Mitte hängt oder am Boden liegt, ist nicht entscheidend. Das kann bei jedem Ansatz etwas anders aussehen und ist meistens völlig normal.
Schritt 5: Glas abdecken
Decke das Glas mit einem sauberen Tuch oder Küchenpapier ab und befestige es mit einem Gummiband.
Kombucha braucht Sauerstoff, deshalb sollte das Glas während der ersten Fermentation nicht luftdicht verschlossen werden. Gleichzeitig schützt das Tuch deinen Ansatz vor Staub und kleinen Insekten.
Schritt 6: Kombucha fermentieren lassen
Stelle dein Gärglas an einen ruhigen Ort ohne direkte Sonne. Ideal ist ein Platz bei Zimmertemperatur, nicht in der Nähe von Herdplatte oder Pflanzen.
Nach etwa 7 bis 10 Tagen kannst du zum ersten Mal probieren. Je länger dein Kombucha fermentiert, desto saurer wird er. Im Sommer läuft die Fermentation meist schneller ab, im Winter oft etwas langsamer.
Am besten probierst du dich langsam heran. So findest du heraus, wann dein Kombucha genau so schmeckt, wie du ihn magst.
Schritt 7: Kombucha abfüllen
Wenn dir der Geschmack gefällt, kannst du den fertigen Kombucha durch ein feines Sieb in saubere Glasflaschen füllen.
Behalte dabei unbedingt etwas fertigen Kombucha als Ansatzflüssigkeit für die nächste Runde zurück. Als einfache Orientierung kannst du mindestens 10 Prozent Ansatzflüssigkeit einplanen. Bei 1 Liter frischem Tee wären das also mindestens 100 ml fertiger Kombucha.
Danach kannst du mit deinem SCOBY und der zurückbehaltenen Ansatzflüssigkeit direkt einen neuen Kombucha ansetzen.
Wie lange muss Kombucha fermentieren?
Die Fermentationszeit liegt meist bei etwa 7 bis 10 Tagen. Sie hängt aber von verschiedenen Faktoren ab:
Raumtemperatur
Menge der Ansatzflüssigkeit
Stärke der Kultur
verwendeter Tee
gewünschter Geschmack
Wenn dein Kombucha noch sehr süß schmeckt, braucht er wahrscheinlich noch etwas Zeit. Wenn er dir schon angenehm säuerlich und erfrischend schmeckt, kannst du ihn abfüllen.
Wird er sehr sauer, ist das kein Drama. Dann kannst du ihn verdünnen oder als saure Basis weiterverwenden, wie bspw. für Essig oder Salatdressings.
Wie schmeckt fertiger Kombucha?
Fertiger Kombucha schmeckt je nach Tee, Zucker, Temperatur und Fermentationszeit unterschiedlich. Am Anfang ist er eher mild und süßlich. Mit der Zeit wird er säuerlicher, kräftiger und erinnert manchmal leicht an spritzigen Eistee oder milden Apfelessig.
Genau das macht Kombucha so spannend: Jeder Ansatz ist ein kleines bisschen anders. Mit der Zeit entwickelst du ein gutes Gefühl dafür, wann dein Kombucha für dich perfekt ist.
Kurze Hygiene-Tipps für deinen ersten Kombucha
Kombucha ist unkompliziert, aber ein paar einfache Hygieneregeln sind wichtig:
Wasche dir vor dem Ansetzen gründlich die Hände.
Verwende saubere Gläser und Utensilien.
Spüle Reinigungsmittelreste gut ab.
Decke dein Gärglas immer sorgfältig ab.
Stelle den Kombucha nicht direkt neben Schimmelquellen, Zimmerpflanzen oder offene Lebensmittelreste.
Entsorge den Ansatz, wenn du echten Schimmel vermutest.
Gerade am Anfang gilt: Lieber einfach, sauber und aufmerksam arbeiten. Du musst keine sterile Laborküche aus deiner Küche machen, aber dein SCOBY freut sich über ein ordentliches Zuhause :)
Fazit: Kombucha selber machen ist einfacher, als es aussieht
Kombucha selber zu machen ist ein wunderbarer Einstieg in die Welt der Fermentation. Du brauchst nur wenige Zutaten, etwas Geduld und die Bereitschaft, deinem Ansatz beim Reifen zuzusehen.
Mit jedem Durchgang lernst du besser, wie dein Kombucha schmeckt, wann er fertig ist und wie du ihn an deine eigenen Vorlieben anpassen kannst.
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