top of page

Kombucha Zweitfermentation: einfache Anleitung für mehr Geschmack und natürliche Kohlensäure

5. Juli
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Juli


Wenn dein erster Kombucha fertig fermentiert ist, beginnt einer der schönsten Teile beim Selbermachen: die Zweitfermentation.


Jetzt darf dein Kombucha Geschmack bekommen: fruchtig, frisch, leicht herb, würzig oder blumig. Je nachdem, was du in die Flasche gibst, entsteht aus deinem fertigen Teeferment ein ganz eigenes Getränk.


Die Kombucha Zweitfermentation ist der Schritt, bei dem du deinen Kombucha aromatisierst. Gleichzeitig kann in der geschlossenen Flasche natürliche Kohlensäure entstehen. Genau dadurch wird dein Kombucha spritziger und erinnert mehr an ein erfrischendes, leicht prickelndes Getränk.


Das klingt vielleicht erst einmal etwas kompliziert. Ist es aber nicht. Wenn du ein paar einfache Dinge beachtest, ist die zweite Fermentation ein wunderbar kreativer Schritt in deiner kleinen Fermentationsküche.


Wenn du noch ganz am Anfang stehst, starte am besten mit meiner einfachen Anleitung „Kombucha selber machen für Anfänger“. Dort zeige ich dir Schritt für Schritt, wie die erste Fermentation gelingt.



Was ist die Kombucha Zweitfermentation?


Die Kombucha Zweitfermentation ist der zweite Fermentationsschritt nach der ersten Fermentation.


Bei der ersten Fermentation entsteht aus gesüßtem Tee, SCOBY und Ansatzflüssigkeit dein fertiger Kombucha. Er schmeckt dann leicht süß säuerlich, je nach Fermentationsdauer etwas milder oder kräftiger.


Für die Zweitfermentation füllst du diesen fertigen Kombucha ohne SCOBY in saubere Flaschen. Anschließend gibst du Früchte, Saft, Kräuter, Gewürze oder Ingwer dazu und verschließt die Flaschen.

In der geschlossenen Flasche arbeiten die Mikroorganismen im Kombucha noch etwas weiter. Dabei kann Kohlensäure entstehen. Das macht den Kombucha sprudeliger und geschmacklich spannender.


Kurz gesagt: Die erste Fermentation macht aus Tee Kombucha & die zweite Fermentation macht aus Kombucha dein eigenes Lieblingsgetränk.


Warum macht man eine zweite Fermentation?


Du kannst Kombucha auch direkt nach der ersten Fermentation trinken. Die Zweitfermentation ist kein Muss.


Sie lohnt sich aber, wenn du mehr Geschmack und mehr natürliche Kohlensäure möchtest.


Durch die zweite Fermentation kannst du deinen Kombucha ganz unterschiedlich verfeinern. Du kannst ihn fruchtig, frisch, würzig oder fein herb machen. So schmeckt nicht jede Flasche gleich, sondern du kannst immer wieder neue Kombinationen ausprobieren.

Besonders schön ist das, wenn du Kombucha regelmäßig trinken möchtest. Dann bringt die Zweitfermentation Abwechslung in deinen Alltag und macht aus einem einfachen Grundrezept viele verschiedene Getränke.



Was du für die Zweitfermentation brauchst


Für die Kombucha Zweitfermentation brauchst du nur wenige Dinge.

Du brauchst:

Drei Flaschen mit unterschiedlichen Kombucha-Sorten der Zweitfermentation: Ingwer/Zitrone, Blaubeer/Rosmarin & Himbeer/Honig

  • fertigen Kombucha aus der ersten Fermentation

  • saubere, stabile Flaschen (am besten Bügelflaschen)

  • einen Trichter

  • ein feines Sieb

  • Früchte, Saft, Kräuter oder Gewürze

  • optional kleine Etiketten für Datum und Geschmack


Wichtig ist vor allem, dass deine Flaschen für Druck geeignet sind. Bei der Zweitfermentation kann Kohlensäure entstehen. Dadurch baut sich Druck in der Flasche auf.

Verwende deshalb stabile Glasflaschen mit gut schließendem Verschluss. Dünne Deko-Flaschen oder einfache Flaschen mit lockerem Deckel sind nicht ideal.



Anleitung: So funktioniert die Kombucha Zweitfermentation


1. Kombucha probieren

Bevor du deinen Kombucha abfüllst, probiere ihn.

Er sollte angenehm süß säuerlich schmecken. Wenn er noch sehr süß ist, braucht er vielleicht noch etwas Zeit in der ersten Fermentation. Wenn er schon sehr sauer ist, kannst du ihn trotzdem verwenden. Dann wird die Zweitfermentation aber oft etwas kräftiger und weniger süß.


Ein guter Zeitpunkt ist erreicht, wenn dein Kombucha frisch, leicht säuerlich und angenehm aromatisch schmeckt.


2. SCOBY herausnehmen

Nimm den SCOBY vorsichtig aus dem Glas und lege ihn mit etwas Kombucha-Flüssigkeit beiseite. Diese Flüssigkeit brauchst du als Ansatz für deinen nächsten Kombucha.


Der SCOBY kommt nicht mit in die Flaschen für die Zweitfermentation!


Kleine Hefefäden im Kombucha sind normal. Wenn sie dich stören, kannst du den Kombucha beim Abfüllen durch ein feines Sieb gießen.


3. Kombucha in Flaschen füllen

Fülle den fertigen Kombucha mithilfe eines Trichters in deine sauberen Flaschen.

Lass oben etwa zwei bis drei Zentimeter Platz. Wenn du noch Früchte oder Saft hinzugibst, plane diesen Platz direkt mit ein.


4. Geschmack hinzufügen

Jetzt kannst du deinen Kombucha aromatisieren.


Für den Anfang reichen kleine Mengen völlig aus. Pro 500 ml Kombucha kannst du zum Beispiel verwenden:

  • 1 bis 2 Esslöffel Fruchtsaft

  • 1 bis 2 Esslöffel klein geschnittene Früchte

  • 2 dünne Scheiben Ingwer

  • ein kleines Stück Zitronenschale

  • ein paar Minzblätter

  • eine kleine Prise Gewürz, wie bspw. Celyon-Zimt


Am Anfang ist weniger oft besser. Zu viele Früchte oder zu viel Saft können schnell sehr viel Druck erzeugen.


5. Flaschen verschließen und stehen lassen

Verschließe die Flaschen gut und stelle sie bei Raumtemperatur an einen geschützten Ort.


Die Zweitfermentation dauert meistens 1 bis 4 Tage. Im Sommer geht es oft schneller. Bei kühleren Temperaturen braucht dein Kombucha etwas länger.


Stelle die Flaschen am besten nicht in die direkte Sonne. Du kannst sie auch in eine Kiste oder auf ein Tablett stellen. So bist du etwas besser geschützt, falls eine Flasche beim Öffnen stark schäumen sollte.


Wichtig: einmal täglich kurz die Flasche öffnen, um den entstandenen Druck abzubauen. Die Flaschen könnten sonst zerbersten/zerspringen.


6. Vorsichtig öffnen

Öffne die Flaschen immer langsam und vorsichtig.


Am besten machst du das über der Spüle. Wenn sich viel Druck aufgebaut hat, kann der Kombucha stark schäumen.


Sobald dir Geschmack und Kohlensäure gefallen, stellst du die Flaschen in den Kühlschrank. Die Kälte verlangsamt die Fermentation und hilft dabei, den Geschmack zu bewahren.



Welche Zutaten eignen sich für die Zweitfermentation?


Für die Zweitfermentation eignen sich viele natürliche Zutaten. Besonders schön sind Früchte, Säfte, Kräuter und Gewürze.


Gut geeignet sind zum Beispiel:

Ein edeles Glas mit Ingwer-Zitrone Kombucha, einer Scheibe Zitrone und ein Strang rote Johannisbeeren

  • Himbeeren

  • Blaubeeren

  • Erdbeeren

  • Apfel

  • Mango

  • Orange

  • Zitrone

  • Ingwer

  • Minze

  • Basilikum

  • Rosmarin

  • Zimt

  • Kardamom

  • Lavendel

Für den Anfang würde ich einfache Kombinationen wählen. Zum Beispiel Himbeere mit Minze, Zitrone mit Ingwer oder Apfel mit Zimt.


Intensive Kräuter und Blüten solltest du sparsam dosieren. Rosmarin, Lavendel oder Thymian können schnell sehr dominant werden.



Wie lange dauert die Kombucha Zweitfermentation?


Die Dauer hängt von mehreren Faktoren ab:


  • Raumtemperatur

  • Aktivität deines Kombuchas

  • Zuckergehalt der Zutaten

  • Dichtigkeit der Flasche

  • gewünschter Geschmack


Als einfache Orientierung kannst du dir merken:


  • 1 Tag ergibt meist einen milden Geschmack mit wenig Kohlensäure.

  • 2 Tage sind oft eine gute Balance.

  • 3 bis 4 Tage machen den Geschmack intensiver und können mehr Druck & somit mehr Kohlensäure erzeugen.


Taste dich langsam heran.

Gerade am Anfang lohnt es sich, die Flaschen täglich vorsichtig zu kontrollieren.



Wichtige Hinweise für eine sichere Zweitfermentation


Kombucha ist ein lebendiges Ferment. Genau das macht ihn so besonders. Gleichzeitig solltest du achtsam damit umgehen.


Achte besonders auf:


  • saubere Flaschen und Utensilien

  • stabile Flaschen für kohlensäurehaltige Getränke

  • vorsichtiges Öffnen

  • keine direkte Sonne

  • nicht zu lange Standzeiten bei Wärme

  • einen angenehm frischen, säuerlichen Geruch

  • keine sichtbaren Schimmelstellen


Wenn dein Kombucha unangenehm riecht, faulig wirkt oder Schimmel sichtbar ist, solltest du ihn nicht trinken. Vertraue hier immer deinen Sinnen. Fermentation darf lebendig riechen, aber nicht verdorben.



Häufige Fragen zur Kombucha Zweitfermentation


Muss ich Kombucha zweitfermentieren?

Nein. Du kannst Kombucha auch direkt nach der ersten Fermentation trinken. Die Zweitfermentation sorgt vor allem für mehr Geschmack und natürliche Kohlensäure.


Kommt der SCOBY mit in die Flasche?

Nein. Der SCOBY bleibt im Ansatzglas. Für die Zweitfermentation verwendest du nur den fertigen Kombucha.


Kann ich auch gefrorene Früchte verwenden?

Ja, das funktioniert gut. Lass die Früchte am besten kurz antauen, bevor du sie in die Flasche gibst.


Warum schäumt/sprudelt mein Kombucha beim Öffnen so stark?

Dann hat sich viel Druck aufgebaut. Das kann durch viel Zucker, warme Temperaturen oder eine längere Zweitfermentation passieren. Öffne die Flaschen deshalb immer langsam und vorsichtig.


Wann stelle ich den Kombucha in den Kühlschrank?

Sobald dir Geschmack und Kohlensäure gefallen. Im Kühlschrank wird die Fermentation deutlich verlangsamt.



Fazit: Die Zweitfermentation macht deinen Kombucha noch lebendiger


Die Kombucha Zweitfermentation ist ein einfacher Weg, deinem selbstgemachten Kombucha mehr Geschmack und natürliche Kohlensäure zu geben.


Du brauchst dafür nur fertigen Kombucha, stabile Flaschen und ein paar aromatische Zutaten. Schon mit etwas Frucht, Saft, Ingwer oder Kräutern entstehen ganz neue Geschmacksrichtungen.


Wichtig ist, dass du sauber arbeitest, geeignete Flaschen verwendest und die Flaschen vorsichtig öffnest.


Dann wird die zweite Fermentation schnell zu einem der schönsten Schritte beim Kombucha selber machen.


Wenn du tiefer in die Welt der Fermentation eintauchen möchtest, findest du in meinem eBook "Der Fermentationscode" praktische Grundlagen und Anleitungen für Kombucha, Wasserkefir, Milchkefir, Ziegenkefir & Kokoskefir.



Du möchtest dich über Kombucha austauschen?


Gerade am Anfang tauchen beim Fermentieren oft Fragen auf. Manchmal sprudelt der Kombucha nicht. Manchmal sprudelt er fast zu viel. Und manchmal möchte man einfach wissen, ob der eigene Ansatz so aussieht, wie er aussehen soll.


Wenn du dich mit anderen austauschen möchtest, komm gern in die Moon Bloom Fermentations Community auf Facebook. Dort geht es um Kombucha, Kefir, Sauerteig und die Freude daran, lebendige Lebensmittel selbst herzustellen.





bottom of page